Läuseklinik in den Medien: Radiointerview bei Eén Vandaag
Ursula Schipper von Luizenkliniek war am Montag, dem 8. September 2024, zu Gast in der Radiosendung Eén Vandaag auf NPO Radio 1. In dem Beitrag „Fakt oder Fiktion: Wirkt Teebaumöl vorbeugend gegen Kopfläuse?“ gab sie Erläuterungen und beantwortete Fragen zur Wirksamkeit von Behandlungen.
Hören Sie sich den Ausschnitt an
Teebaumöl und Kopfläuse: Was wirkt wirklich?
Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) wird häufig als “natürliches” Mittel gegen Kopfläuse genannt – sowohl zur Vorbeugung als auch bei bestehendem Befall. Die Idee dahinter ist, dass der Geruch oder bestimmte Inhaltsstoffe der Öls Läuse abwehren oder töten könnten. Doch wissenschaftliche Belege stützen diese Behauptungen nicht.
Nach Ansicht des Rijksinstituts für Gesundheit und Umwelt (RIVM) gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise dafür, dass irgendein Mittel wirksam Kopfläuse verhindern kann, und es fehlt an Studien, die zeigen, dass präventive Produkte – einschließlich natürlicher Öle wie Teebaumöl – tatsächlich einen Läusebefall verhindern. Das RIVM rät daher davon ab, solche Präventionsmittel zu verwenden, da ihre Wirksamkeit in Studien am Menschen nicht nachgewiesen wurde. rivm.nl
Was zeigen Forschungen?
Laboruntersuchungen (in vitro) zeigen manchmal, dass Teebaumöl Läuse unter bestimmten Bedingungen abtöten kann und dass Kombinationen mit anderen natürlichen Stoffen wie Nerolidol insektizide und ovizide Eigenschaften haben können. pmc.ncbi.nlm.nih.gov
Diese Studien erfolgen jedoch unter kontrollierten Laborbedingungen mit konzentrierten Lösungen und belegen nicht die klinische Wirksamkeit bei der täglichen Anwendung zur Vorbeugung einer Infestation beim Menschen.
Risiken von Teebaumöl
Teebaumöl ist nicht risikofrei. Das National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) weist darauf hin, dass die topische Anwendung von Teebaumöl Hautreizungen und allergische Reaktionen verursachen kann, insbesondere auf der Kopfhaut. Es gibt auch Berichte, dass wiederholte Anwendung von Produkten mit Teebaumöl (manchmal in Kombination mit Lavendelöl) bei jungen Jungen mit vorübergehender Brustentwicklung (Gynäkomastie) in Verbindung gebracht wurde, was auf eine mögliche hormonelle Aktivität bestimmter Bestandteile in diesen Ölen hindeutet. Healthline
Praktische Schlussfolgerung
-
Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Teebaumöl verhindert, dass man Kopfläuse bekommt; es ist daher keine verlässliche präventive Maßnahme. rivm.nl
-
Internationale und nationale Leitlinien zur Läuseprävention basieren nicht auf natürlichen Ölen, sondern auf kontrollierten Methoden wie regelmäßigen Kontrollen und Behandlungen mit nachweislich wirksamen Mitteln. rivm.nl
-
Teebaumöl kann Hautreizungen verursachen und es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass es bei wiederholter Anwendung hormonelle Effekte haben kann, was insbesondere bei Kindern Vorsicht gebietet. Healthline
Für eine effektive Prävention und Behandlung von Kopfläusen bleiben regelmäßige Kontrollen mit einem professionellen Nissenkamm und – falls nötig – bewährte Behandlungsmethoden der zuverlässigste Ansatz.